Ort
Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten, weitere fünf offene Karten werden auf den grünen Filz in die Tischmitte gelegt. Wer hat die beste Pokerhand? Wer vermittelt den Eindruck, das bessere Blatt zu haben? Und wer kauft den Schneid ab? Bei unserer nächsten Wohnzimmerlounge wird Texas Hold´em Poker gezockt, bis zum letzten Chip. Es kann nur eine(n) geben, der die Wohnzimmer All Open 2010 gewinnt.
Das spannendste Kartenspiel der Welt wird in heimischen Wohnzimmern immer beliebter. Zunehmend mehr Spielrunden auf unterschiedlichen Niveaustufen lassen eine eigene Spielkultur um den neuen Wohnzimmer-Breitensport entstehen - es geht um`s Pokern. Auch das Interieur hat sich weiter entwickelt. Pokerkoffer, Chips und grüner Filz stehen hoch im Kurs bei Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken und gehören mittlerweile zu jeder guten Spielesammlung. Der Büchermarkt verlegt unglaubliche Stories über die Welt der Spielkarten und auch wir können uns nicht länger dem Pokerfieber entziehen.
Die nächste Wohnzimmerlounge wird voll im Zeichen des Pokerns stehen. Wir spielen das Texas Hold`em Pokerturnier "Wohnzimmer All Open". Es gibt kein Startgeld, zu gewinnen gibt es Ehre und Ruhm. Der Tuniermodus sieht vor, mit einer Stackgröße von 150.000 für alle Spieler zu beginnen. Die Blinds liegen zu Spielbeginn bei 1000 bzw. 2000 und werden vorraussichtlich alle 15 - 20 Minuten erhöht. Pro Spielstunde gibt es eine kurze Erfrischungspause. Mehr zu den genauen Spielregeln könnt Ihr in Kürze in unserem Regelwerk nachlesen, wir erklären aber auch alles vor Spielbeginn.
Mitspielen kann jeder, egal ob absoluter Anfänger oder erprobte Profispielerin. Für die Neuen startet bereits um 19.30 Uhr eine Trainingsrunde, in der ein erfahrener Spieler die Regeln interpretieren, über Spiel-Taktik klönen und Schauspielunterricht für erfolgreiches Bluffen geben wird
Die Wohnzimmerlounge öffnet um 20 Uhr und Gäste können sich für das Turnier anmelden. Um 21 Uhr beginnt das Spiel um den Turniersieg. Gespielt wird an drei Tischen. Wer verliert, kann mit Leidensgenossen heimlich für eine Revanche trainieren.
Der Eintritt zur Wohnzimmerlounge ist wie immer frei. Der Vereinseintritt kostet einmalig 1 €. Gäste, die sich im Stil von Al Capone der 30er oder im Casino-Stil der Neuzeit in Schale werfen, erhalten einen kostenfreien Begrüßungssekt (Flyerfoto by bloodycape).
Gutes Blatt
wünscht Euch Euer
Wohnzimmer

Beswingter Jazz dudelt aus den Boxen, der Barkeeper rückt sein Käppi zurecht und wischt zum wiederholten Mal die schwarz lackierte Holztheke blank, difuses Licht reflektiert von der Decke den grünen Filzteppich, der auf dem Pokertisch ausgerollt neun Spieler zum Wettbewerb um Ehre und Ruhm zusammen führt. Und es gibt ja noch die zahlreichen, gespendeten Sachpreise: Der Sieger bekommt einen echten Pokal und darf als erster aus den Preisen auswählen. Diese stehen aufgereiht ausgestellt auf einem Mamorregal an der Wand, darunter ein Paket mit Sachbuch und CD zum Streßabbau, Romane bekannter Schriftsteller, ein Pokerkoffer, Fachbücher zu verschiedenen Themen und ein Cocktailgutschein für`s Plan B.
Die Spieler haben sich für diesen Abend in Schale geworfen. Von Schlapphut und Käppi über Sakko und Nadelstreifenanzug bis zu Zigarillo mit Krawatte wird dem Anlass mit genügend Chic und Charme gewürdigt. Die Martinis werden geschüttelt, mit Oliven verziert und in aus Plastikteilen zusammen gesteckten Coktailgläsern am Pokertisch serviert. Auch Muntermacher sind gefragt, um stets wach zu sein und um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Der Dealer mischt die Karten, zwei Spieler stapeln kunstvoll einhändig ihre Chips zu neuen Stapeln, ein anderer erzählt einen Witz.
Ich bekomme eine Zehn und eine Dame. Mit dem Blatt spiele ich und setzt meinen Einsatz. Ein Spieler schmeißt seine Karten in die Tischmitte. Der Nächste erhöht. Nach der ersten Runde bleiben noch drei Spieler im Rennen um den Pott. Der Dealer deckt drei Karten auf, darunter zwei Zehnen und ein As. Wunderbar, denke ich, da habe ich mit einem Drilling beste Karten, den Pott nach Hause zu holen. Es wird erneut gesetzt. Ich überschaue meine Chips, nicht mehr ganz so viele, im Gegensatz zum ordentlichen Pott. "All in" gebe ich in die Runde und schiebe die Chipsstapel von mir weg. Es wird ruhig am Tisch und alle Augen konzentrieren sich auf den Spieler mit dem Hut. "Wieviel hast Du da?", fragt er und zählt gleichzeitig gekonnt in Windeseile die bunten Plastiktaler. "Call" Der Pott wächst weiter. Der dritte Spieler zählt von seinem Stapel entsprechende Chips ab, schiebt sie in den Pott und erklärt ebenfalls: "Call". Showdown. Ich schmeiße meine Zehnen in die Mitte, anerkennendes Raunen geht durch den Raum. Der Hut zieht den selben vor meinem Blatt und gratuliert mir. Ein leichtes Gewinnerlächeln findet meine Gesichtszüge, als zwei Asse auf den Tisch fliegen. Mein Lächeln weicht einem erstaunten und entsetztem "Oh". Ein Jubelschrei rechts von mir. Tja, das war`s dann wohl. Wir diskutieren das gerade geschehene Blatt. "Du hast eigentlich alles richtig gemacht", ist die einhellige Meinung des Fachpublikums. "Ja, eigentlich hab ich alles richtig gemacht.", murmel ich Gedanken verloren. So ist das Spiel. Du denkst, du liegst weit vorne und wirst im Hand umdrehen vom Spieler zum Kellner. Ich nehme die Bestellungen für die nächste Runde auf, mixe und wische mit meinem Tuch über die schwarzen Planken der Theke, die im Schein der bunten Lichtstrahler funkelt. "Machst Du mir noch`n Martini?", dröhnt es vom neunen Chipleader rüber. Wenigstens glanzvoll verlieren, denke ich, und rücke mein Käppi zurecht.